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TRAUMASENSIBILITÄT IM COACHING PROZESS

Im Coaching Angebot mit Schwerpunkt Traumasensibilität geht es darum, die zentrale Fähigkeit (zurück) zu erlangen oder zu verbessern, die es uns ermöglicht, mit den Herausforderungen des Lebens erfolgreich und gesund umzugehen. Hierbei geht um die Fähigkeit der Selbstregulation. Diese Fähigkeit wird in den ersten drei Lebensjahren erworben. Als Selbstregulation bezeichnet man:

  • die Fähigkeit sich bei emotionalem Aufruhr selbst zu beruhigen
  • die Fähigkeit sich zu erholen und zu entspannen
  • die Fähigkeit die Aufmerksamkeit auszurichten und zu halten
  • die Fähigkeit Impulse zu fühlen, zu kontrollieren und gegebenenfalls zurückzustellen
  • die Fähigkeit mit Frustrationen umzugehen
  • die Fähigkeit Absichten zu verwirklichen und Ziele zu verfolgen

Mit anderen Worten bedeutet die Fähigkeit der Selbstregulation, dass wir dazu in der Lage sind, unser Erregungsniveau innerhalb eines Fensters ("Window of Tolerance") zu halten, in dem unser Nervensystem sich sicher fühlt. Verlassen wir dieses Fenster nach oben, schaltet unser Nervensystem um in den Kampf-/Flucht-Modus. Fällt das Erregungsniveau unterhalb des Fensters nach unten, fühlen wir uns erstarrt, lahmgelegt, kraftlos.

Oft passiert es, dass wir anscheinend wie auf einer Achterbahn ständig zwischen Über- und Untererregung hin- und herpendeln. Wir haben dann das Gefühl, nicht in uns zu ruhen, sondern im Wechsel entweder überaktiv oder völlig erschöpft zu sein (siehe Grafik).

Tritt eine solche sogenannte Dysregulation häufiger bzw. über einen längeren Zeitraum auf, können Folgeerscheinungen auf körperlicher und/oder psychischer Ebene auftreten.

Mögliche körperliche & psychische Folgeerscheinungen

  • Psychosomatische Probleme (Schmerzen...)
  • Sucht (nach Anerkennung, Sex, Drogen...)
  • Schwierigkeiten die Zukunft zu planen
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Magen-Darm-Erkrankungen
  • Ständige Alarmbereitschaft
  • Unruhezustände, Ängste
  • Grübeleien, Zerdenken
  • Erschöpfungszustände
  • Emotionale Taubheit
  • Übererregbarkeit
  • Sprunghaftigkeit
  • Schlaflosigkeit
  • Lustlosigkeit
  • Workaholic
  • Etc.

Was hat Selbstregulation mit Trauma zu tun?

In unseren ersten drei Lebensjahren sind wir noch nicht in der Lage, uns selbst zu regulieren und brauchen dafür eine Bezugsperson, die mit uns in enger Beziehung steht und uns ein Gefühl von Sicherheit vermittelt - wir benötigen eine sogenannte Co-Regulation. So kann unser autonomes Nervensystem mit der Zeit immer besser lernen, mit zunehmend intensiveren Reizen von außen und innen umzugehen (siehe Grafik).

Nicht immer läuft dieser Entwicklungsprozess reibungslos ab - gibt es ernsthaftere Störungen, bezeichnet man dies als Entwicklungstrauma. Solche Erlebnisse sind gar nicht so selten und somit erklärt sich, dass das Thema Entwicklungstrauma viel mehr Menschen betrifft, als man vielleicht vermutet. Und dann kommt möglicherweise irgendwann im Leben noch etwas dazu, dass unser Nervensystem vollkommen überfordert - ein Erlebnis, das zu groß, zu schnell, zu furchtbar, zu überwältigend ist und mit dem wir in der entsprechenden Situation nicht umgehen können.

Das kann ein Unfall sein, der Verlust eines nahestehenden Menschen oder auch des Arbeitsplatzes, Gewalterfahrungen, Mobbing und vieles mehr. Auch diese Traumata (toxischer Stress) beeinflussen je nach persönlicher Konstitution und Situation in der Folge in unterschiedlichem Ausmaß unsere Fähigkeit zur Selbstregulation.

Unter den folgenden Gesichtspunkten kann ein Entwicklungstrauma folgendem Ursprung zugeordnet werden:

  • Schwierige Geburt oder ständiges Schreien lassen des Kindes
  • Eltern mit psychischen Störungen (Depressionen, Alkoholismus etc.)
  • Längere Trennung von der Bezugsperson (z.B. wegen eines Krankenhausaufenthalts)
  • Emotional nicht verfügbare Eltern durch beispielsweise Geldsorgen etc.
  • "Du hättest lieber ein Mädchen / Junge werden sollen!"
  • Scheidung der Eltern oder wechselnde Partner:innen
  • Häufiges Anschreien, Beschuldigen, Demütigen
  • Häufig wechselnde Bezugspersonen, Wohnorte
  • Sehr strenge, gefühlskalte Eltern
  • etc.

WAS KANN AUF EIN ENTWICKLUNGSTRAUMA HINWEISEN?

Vorab möchte ich dir sagen, wenn du eine von diesen "Kindheiten" hattest und im Alltag wiederkehrende Konflikte hast, mit Beschwerden kämpfst, dich falsch fühlst oder unglücklich bist: Du bist richtig! Deine Bewältigungsstrategien und Beschwerden sind eine gesunde Reaktion auf etwas absolut Ungesundes, das dir in deinen ersten Lebensjahren widerfahren ist.

  • Drang zum Perfektionismus
  • Gefühl innerer Leere & Sinnlosigkeit
  • Angst vor Bindung und/ oder Nähe
  • Aufopferung für andere
  • Eigene Bedürfnisse hintenanstellen
  • etc.

DEIN WEG ZUR SELBSTREGULATION

In den Coaching Einheiten erlernst du Möglichkeiten zur Selbstregulation mit Übungen für dein tägliches Leben. Außerdem erfährst du viel Hintergrundwissen zu deinen Folgeerscheinungen, zum Beispiel wie diese entstehen, welche neurobiologischen Zusammenhänge es gibt und einiges mehr. In den Coaching Einheiten arbeiten wir mit dem Hier und Jetzt, also mit den heute spürbaren Folgeerscheinungen (Beschwerden). Es ist also nicht wichtig, das eigene Trauma zu kennen, noch muss man die traumatischen Ereignisse wiedergeben.

Traumsensibilität im Coaching Prozess setzt den sensiblen Umgang mit Menschen voraus, die unter Folgeerscheinungen aus Entwicklungstraumata leiden, sowie das Wissen und die anwendbare Vermittlung von Trauma-Dynamiken der psychologischen Begleiter:in.

TRAUMASENSIBILITÄT IM COACHING PROZESS IST KEINE TRAUMATHERAPIE

Und will diese nicht ersetzen. Traumasensibles Coaching richtet sich an gesunde Menschen mit oder ohne Trauma Hintergrund, – ohne psychisches Krankheitsbild. Wenn du eine psychische Diagnose erhalten hast und du zusätzlich zu deiner Psychotherapie traumasensible Unterstützung wünschst, ist das möglich und ich begleite dich gerne.

ENTFALTUNG DURCH KONTAKT

Du fühlst dich angesprochen, dann bist du herzlich eingeladen, dir deinen persönlichen Termin zu vereinbaren. Für Fragen kannst du mir gerne über das Formular schreiben. Ich melde mich verlässlich werktags innerhalb von 24 Stunden zurück. Ich freue mich auf dich!